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Renovierung und Sage
1577 erhielt der Turm einen neuen
Knopf, welcher 24 lb. wog. Dieser ersetzte den ersten Knopf aus dem Jahre 1462.
1718 erfolgte dann
die Neueindeckung des Turmes.
Im August 1819 wurden
Helm und Aufsatz erneuert, wobei man im Knopf eine Kupferkapsel mit speziellen
Geldstücken und diversen anderen Gegenständen vorfand.
1920 begann man die
Aussenrenovation des Turms mitsamt Dach. Dabei öffnete man auch zum letzten Mal
den Knopf. Ein Teil der aufgefundenen Münzen gelangte anschliessend in die
Sammlung des städtischen Museums. Die übrigen Gegenstände sowie die
verbliebenen Geldstücke wurden im Knopf belassen. Gleichzeitig wurden
Banknoten, eine Sammlung Lebensmittelkarten der Kriegsjahre 1914-1918 und
verschiedene, vom Turm aus aufgenommene Photographien der Stadt Solothurn darin
verstaut.
Nach dem Abbruch der
Schanze und der meisten Türme im letzten Jahrhundert hatte auch der Krumme Turm
seine Rolle als eines der ältesten Glieder der damals so stolzen
Stadtbefestigung ausgespielt. In stummer Resignation hat er es hinnehmen müssen,
dass seine wehrhaften Räume unter anderem als Lagerlokale und Künstlerateliers
benützt wurden.
Doch ganz unerwartet
hat eine glückliche Schicksalswendung den Turm der Vergessenheit und
Verwahrlosung entrissen.
1947 besichtigte der
Artillerieverein Solothurn anlässlich der Delegiertenversammlung des Verbandes
Schweizerischer Artillerievereine in Luzern den Wasserturm. Dieser diente den
Luzernern als Vereinslokal.
Durch die Originalität
der Idee ermutigt, erfolgte daraufhin eine Anfrage an die Behörden der
Einwohnergemeinde Solothurn zwecks Wiederherstellung und Nutzung des Turms als
Vereinslokal und Museum.
Nach dem Beschluss
der Gemeideratskommission, den Krummen Turm in der oben beschriebenen Form dem
Artillerieverein auf 99 Jahre zu überlassen, konnte im Dezember 1947 mit der
Renovation des Turms begonnen werden.
Im Herbst 1948 anlässlich
des 75-Jahr Jubiläums des Vereins konnte der Krumme Turm erstmals zur
Besichtigung geöffnet werden.
Die Renovation des
Turms erfolgte durch Mitglieder des AVS in ca. 6000 Frondienststunden.
Eine erneute
Renovation des Turminnern erfolgte zwischen 1992 bis 1994. Dabei wurden die drei
Hauptgeschosse mit einer Gasheizung ausgerüstet. Im 1. Stock wurde eine Koch-
und Waschgelegenheit eingebaut und im 2. Obergeschoss eine Toilette installiert.
Die Sage
Ein damals sehr
bekannter Solothurner Baumeister erhielt von der Regierung den Auftrag, den
Westturm der Vorstadtbefestigung, den heutigen „Krummen Turm" zu bauen.
Er sollte aber nicht nur Wachtstube mit dicken Mauern sein, sondern gleichzeitig
den Wellen des Aare-Hochwassers widerstehen können, welches zu dieser Zeit sehr
häufig auftrat.
Den Baumeister ärgerte
jedoch die Tatsache, dass die Zimmerarbeiten einem sehr jungen Zimmermeister
anvertraut wurden, welcher dazu noch ein Verhältnis mit seiner Tochter hatte.
Da er aber seiner Tochter den Liebhaber nicht ausreden konnte, kam ihm eine
Glanzidee. Er baute den als regelmässiges Fünfeck geplanten Turm so um, dass
dieser fünf ungleiche Eckwinkel besass. Gleichzeitig versprach er dem jungen
Zimmermann die Hand seiner Tochter, sobald der Turm vollendet sei.
Der Zimmermann begann
daraufhin eifrigst mit der Planung. Je mehr er sich aber damit beschäftigte,
umso komplizierter schien ihm die gestellte Aufgabe. Schlussendlich waren die
Maurerarbeiten vollendet und der Zimmermann war mit seinen Plänen noch nicht
bereit.
Um den Bau nicht zu
verzögern, begann er trotz der fehlenden Planung mit dem Bau. Zahlreiche
Versuche schlugen fehl. Keines seiner Probedächer befriedigte und verzweifelt
stürzte er sich vom Turmgemäuer in die Tiefen der Aare, wo er den Tod fand.
Die ganze Stadt hatte
Bedauern mit dem jungen Zimmermeister. Der boshafte Baumeister hingegen wurde
vor Gericht gestellt und als Strafe ins Turmverliess gesteckt, welches er selbst
gebaut hatte.
Sehr lange blieb der
Turm nun ohne Dach. Kein Zimmermann getraute sich, die Arbeiten zu vollenden.
Die Leute spöttelten inzwischen: „Dä Turm chunnt chuum uff",
deswegen auch der Ausdruck Kumuff.
Nach
langer Zeit brachte es ein alter, gewitzter Zimmermeister doch noch fertig, den
Turm zu vollenden.
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